Bei dem Afghanischen Windhund handelt es sich um eine sehr alte Rasse, die für die Hetzjagd - z. B. auf Steinwild - gezüchtet wurde.

Früher konnte man zwei Schläge unterscheiden: zum einen den etwas kleineren, kräftigeren und stärker behaarten Bergafghanen, zum anderen den Hochland- oder Steppenafghanen, der einen leichteren Knochenbau, längere Läufe und eine etwas geringere Behaarung aufwies.
Die Ausfuhr des "Zag-e-Thazi" war verboten. Trotzdem gelang es den Engländern nach dem Afghanischen Krieg 1879/80 einige dieser edlen Windhunde nach England zu bringen.
In den dreißiger Jahren kamen auch die ersten Afghanen nach Deutschland. Im Verlauf der europäischen Afghanenzucht wurden die beiden Afghanenschläge (Berg- und Hochlandafghane) miteinander vermischt und ein einheitlicher Standard herausgezüchtet. Heute kann man auf den Zuchtschauen allerdings wieder zwei Afghanentypen erkennen: einerseits den ursprünglichen, bodenständigen (deutsch-holländischen) Typ, andererseits den amerikanischen Showafghanen, der insbesondere hinsichtlich der Kopfform, aber auch hinsichtlich der überlangen Hinterläufe leider manchmal nicht mehr dem europäischen Afghanenstandard entspricht. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch noch die reinen Rennhunde, die einzig und allein auf Schnelligkeit gezüchtet werden. Sie sind zumeist von etwas kleinerer Statur, besitzen nur wenig Fell und haben oftmals Probleme, die geforderten Standardkriterien zu erfüllen. Auf Ausstellungen sind sie daher kaum zu finden.

Zardin (Bergafghane), gew. ca. 1902
Wie alle anderen Windhunde jagen die Afghanen mit den Augen und nicht mit der Nase. Im Englischen werden die Windhunde daher auch "Sighthounds", Sichthunde genannt. Sie verfolgen das Wild als Einzeljäger oft kilometerweit, sind also Langstreckenläufer und keine Sprinter, wie z. B. die Greyhounds. Dementsprechend gehören sie eher zu den etwas langsameren Windhundrassen, die dafür aber über mehr Ausdauer verfügen. Sie bringen ihre Beute zur Strecke, indem sie sich auf den letzten Metern neben das Wild setzen, mit dem Fang den Nacken des Tieres packen und ihm das Genick brechen. Da die Afghanen in großer Entfernung von ihren Besitzern agieren, also außerhalb deren Einwirkungsbereichs, müssen sie eigenständig Entscheidungen treffen. Diese Selbständigkeit schlägt sich auch in ihrem Charakter nieder.
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| Afghane um 1940, dem damaligen Standard entsprechend |
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Verbreitungsgebiet von Berg- und Steppenafghanen
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Der Charakter
Der Afghanische Windhund ist stolz und unabhängig und daher kaum zum Gehorsam zu erziehen. Wenn er tatsächlich einmal gehorcht, dann nur, weil das, was man gerade von ihm verlangt, sich zufällig mit seinen eigenen Wünschen deckt oder er aber seinem geliebten Besitzer einen Gefallen erweisen will. Seine "Familie" liebt er nämlich über alles. Auch ihre Betten, insbesondere die Kopfkissen, auf denen er sich erstaunlich klein zusammenringeln kann
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Stolzer Afghane: Chakka Khan el Azhar
Der Afghane möchte immer im Mittelpunkt stehen. Glaubt er einmal nicht gebührend beachtet zu werden, versucht er mit allerlei Tricks, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Zurückhaltendere Exemplare tun dies, indem sie einem ihre wuschlige Pfote gegen das Bein drücken, etwas forschere - wie unser Ha' Farid -, indem sie sämliche Unarten, die sie kennen, hintereinander durchexerzieren.
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| Ha' Farid will immer im Mittelpunkt stehen... |
Der Afghanische Windhund ist eigenwillig, manchmal fast starrsinnig. Wo und wie lange spazieren gegangen wird, bestimmt am liebsten er selbst. Stimmen die Ansichten der stolzen Windhundbesitzer in diesesr Hinsicht nicht mit denen ihres Hundes überein und ist eine gütliche Einigung nicht möglich, stemmt dieser protestierend die Beine in den Boden und ist kaum noch von der Stelle zu bewegen.
Afghanen sind äußerst neugierig, ein Zeichen für ihre Intelligenz. Manche Menschen behaupten zwar, Afghanen wären dumm, doch das sind die Leute, die das meinen eher selber, denn sie verwechseln Gehorsam mit Intelligenz.

Afghanen liegen gerne erhöht: Qsari Al Ass el Azhar
Wer also keinen bedingungslos gehorchenden Hund sein eigen nennen möchte, sondern lieber einen gleichberechtigten Partner und guten Freund, eigenwillig, sensibel, stolz, erhaben, liebevoll, mal ruhig, mal stürmisch, leidenschaftlich, charmant und intelligent, der findet in einem Afghanen einen wundervollen Hausgenossen.
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| Papier? Welches Papier? (Ha' Farid) |